Markgräflerland

Zwischen Freiburg im Norden und Basel im Süden im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz erstreckt sich das Markgräflerland. Es umfasst mehr als 3.000 Hektar Weinbauland auf Lehm, Löss und Kalkmergel. Im Osten wird das Markgräflerland vom Schwarzwald begrenzt, nach Westen hin bildet der Rhein die natürliche und geografische Grenze. 

Das Markgräflerland

Die in dunkelgrün aufsteigenden Schwarzwaldberge auf der einen, sanft zum Rhein hin abfallende Hügel auf der anderen Seite schmiegt sich das Markgräflerland an den südlichen Schwarzwald und bietet neben Weinbau auch Obstgärten und eine traditionsreiche Bäderkultur. Zahlreiche Gasthäuser und Weinstube, bis hin zu mit Michelinsternen ausgezeichneten Restaurants prägen Land und Bewohner und laden den Besucher zum Verweilen und Genießen ein.

Weinbau im Markgräflerland

Der Weinbaubereich Markgräflerland ist Teil des Anbaugebiets Baden und umfasst etwa 3.200 Hektar Rebfläche. Das Markgräflerland erstreckt sich vom Grenzacher Horn bei Grenzach-Wyhlen bis unmittelbar vor die Tore Freiburgs. Freiburg selbst liegt, wie der Name Freiburg im Breisgau bereits zum Ausdruck bringt, im Weinbaubereich Breisgau. Die historische politische Region Markgräflerland war dementsprechend deutlich weiter gefasst, vor fast 600 Jahren entstand der Name „Markgräflerland“ im September 1444 und bezeichnete den südlichsten Teil der damaligen Markgrafschaft Baden-Durlach.

Weinbaulich betrachtet wirkt das Markgräflerland als absolutes Gutedel-Land. Gutedel ist eine alte Rebsorte, die wie kaum eine andere für die Region steht. Doch man findet sehr viel mehr Vielfalt, gerade im Bereich der Burgundersorten hat sich das Markgräflerland zu einer der führenden Herkünfte entwickelt. Der Markgräfler Grauburgunder kann schon lange mit den Grauburgundern anderer Bereiche, wie z.B. dem Kaiserstuhl, mithalten. Aber auch Weißburgunder und Spätburgunder aus dem Markgräflerland sind angesagt. Mengenmäßig spelt natürlich auch hier der Müller-Thurgau nach wie vor eine gewichtige Rolle. Trends sind auch hier bei Rebsorten wie Sauvignon Blanc und bei den international Rotweinrebsorten (z.B. Merlot, Cabernet Sauvignon) zu sehen.

Doch gerade die Leitrebsorte des Markgräflerland, der Gutedel, ist es, der der Region aktuell einen enormen Schub gibt. Viele Winzer haben erkannt, das man mit ein wenig mehr Aufwand im Weinberg, aus dem Gutedel einen gut strukturierten und säurearmen Wein machen kann. Vorausgesetzt man versteht sein Handwerk. Da seit geraumer Zeit viele Weintrinker nach Weinen mit wenig Säure suchen, können sie mit einem guten Gutedel glücklich werden.
Gutedel ist so typisch für das Markgräflerland, dass er lange Zeit auch einfach als Markgräfler bezeichnet wurde. Die Rebsorte wurde um 1780 aus dem schweizerischen Vevey von dem badischen Markgrafen Karl Friedrich von Baden in die Region gebracht und verbreitete sich rasch in Südbaden.
Die etwa 3.200 ha Weinberge des Markgräflerlands sind vor allem mit Gutedel (ca. 1.100 ha), Spätburgunder (ca. 940 ha) und Müller-Thurgau (ca. 330 ha) bestockt. Der Gutedel spielt mit rund 34 % der Anbaufläche also auch statistisch die größte Rolle.

Das Klima im Markgräflerland wird durch die burgundische Pforte positiv beeinflusst und auch als die Toskana Deutschlands bezeichnet. Eine überdurchschnittlich hohe Sonnenscheindauer von meist klar über 1.700 Stunden pro Jahr, Deutschland insgesamt kommt im Durchschnitt auf 1.540 Stunden/Jahr, und die milde Jahresdurchschnittstemperatur von 10,8 °C machen die Region zu einer der sonnigsten und wärmsten Gegenden in Deutschland. Warme Südwestwinde die über die Burgundische Pfote ins südliche Rheintal strömen, lassen die gesamte Vegetation deutlich vorgezogen in den Frühling starten. Der Frühling beginnt hier bis zu 3 Wochen früher als im Rest Deutschlands. Die Lage am Fuss des Schwarzwaldes, das Mittelgebirge bremst die Regenwolken ab, sorgt für reichlich Niederschlag mit bis zu 70 l/m² in den Sommermonaten. Die kalten Ostwinde in den Wintermonaten werden wiederum ebenso durch das Mittelgebirge geblockt. So liegen die Weinberge optimal geschützt in einem deutlich begünstigten Klima um die Trauben gut reifen zu lassen.

Bedeutende Weingüter im Markgräflerland

Einige bedeutende Weingüter und Winzergenossenschaften der Region sind:

Gerade um die Ortschaft Heitersheim scheint in der Region der Weinbau unter einem guten Stern zu stehen. Die oben auffällige Konzentration an Weinbaubetrieben aus den Orten Schliengen und Umgebung scheint dies auszudrücken.

Das Markgräflerland ist vom Schweizer Weinbau beeinflusst. Die Spezialität dieses lieblichen, fruchtbaren Gebiets ist der Gutedel, in der Schweiz Chasselas genannt, der einen frischen, ziemlich neutralen Wein liefert, der normalerweise recht unauffällig ist. Erst bei der schönen mittelalterlichen Stadt Freiburg taucht der typische badische Wein auf: Trocken, füllig, wenig statt blumig, und mit relativ wenig Säure.

(Oz Clarke, Clarke’s grosser Weinatlas (2002), Droemer)

Nur gut, dass gleich nördlich des Maltesergartens schon Freiburg naht…

 

Blick vom Freiburger Schloßberg in Richtung Süden - ins Markgräflerland

Blick vom Freiburger Schloßberg in Richtung Süden (Markgräflerland)

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