Chardonnay

Neulich kam im Gespräch mit Dr. Steffen Michler die Frage auf wie groß die weltweit mit Chardonnay-Reben bestockte Fläche ist. Trotz ausgiebiger Suche habe ich bislang keine zuverlässige Angabe bezüglich der gesamten weltweiten Anbaufläche gefunden. Folgende Flächenangaben sind zurzeit aufzufinden (mit Quellenangabe und Jahr):

  • Argentinien 5.747 ha (INV 2005)
  • Australien 32.150 ha (AWBC 2007)
  • Chile 8.548 ha (SAG 2006)
  • Deutschland 1.120 ha (DWI 2007)
  • Frankreich 42.047 ha (ONIVINS 2005)
  • Italien 11.800 ha (Wikipedia)
  • Moldawien 10.000 ha (Wikipedia 2001)
  • Neuseeland 3.918 ha (New Zealand Wine 2007)
  • Österreich ungewiss da in Statistiken (siehe hier) immer gemeinsam mit Weißem Burgunder aufgeführt.
  • Slowenien 3.600 ha (Wikipedia 2001)
  • Spanien 4.243 ha (ICEX 2007)
  • Südafrika 7.925 ha (Wines of South Africa 2005)
  • USA 47.700 ha (Wikipedia)
  • Hieraus ergibt sich eine gesamte Fläche von mindestens 178.000 Hektar als nachvollziehbar. Auf Wikipedia (deutsche Version) spricht man von gerade einmal 140.000 ha, in der englischen Version hingegen hat man 175.000 ha entdeckt. Das zeigt mir nur dass man sich auf Wikipedia auch nicht blind verlassen sollte. Leider ist es aber schwierig zuverlässige Zahlen aus manchen Ländern zu bekommen. Die Zahlen stammen teils aus verschiedenen Jahren, somit ist eine exakte Aussage nicht machbar. Der weltweite Anbau dürfte höher liegen, da sicher in einigen Ländern Chardonnay angebaut wird die hier nicht aufgeführt sind. Über Ergänzungen via Kommentar freue ich mich!

    Gängige Synonyme sind Morillon (Österreich) oder Weißer Clevner, die unzähligen weiteren spielen keine große Rolle. Der Name Chardonnay stammt aus dem französischen vom Ortsnamen Chardonnay, Burgund und bedeutet Ort der vielen Disteln.

    In der Ampelographie wird die Rebsorte unter anderem beschrieben als mittelfrüh austreibend, dadurch empfindlich für Spätfrost, dafür aber bis zu extremen Temperaturen gegen Winterfrost bestehend, anpassungsfähig und früh reifend. Chardonnay-Trauben sind recht dichtbeerig und höchstens mittelgroß, haben eine eher dünne Beerenhaut und färben sich bei voller Reife bernsteinfarben. Chardonnay gehört der Burgunderfamilie an und ist laut dem Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof eine Kreuzung aus Pinot X Weißer Heunisch. Wegen der großen genetischen Ähnlichkeiten ist man sich allerdings noch nicht im Klaren darüber ob es sich bei Pinot um Pinot Blanc, Gris oder Noir handelt.

    Insgesamt ist Chardonnay eine für den Winzer nicht gerade einfache Rebsorte, da Sie sehr anfällig ist für Grauschimmelfäulnis. Für echten wie falschen Mehltau hingegen ist sie nur mäßig anfällig. Der Rebstock stellt mittlere bis hohe Ansprüche an den Boden und bevorzugt tiefgründige warme, möglichst kalkhaltige Böden. Das Klima hingegen spielt keine so große Bedeutung. Allerdings wachsen die großen Chardonnay-Weine allesamt in Cool Climates, also eher kühleren Weinbauregionen. Da die Trauben ohnehin über den mittelfrühen Austrieb und einen späten Lesezeitpunkt ausreichend Zuckergehalt mitbringen ist das kühle Klima dann von Vorteil um den Alkoholgehalt im moderaten Bereich zu halten und dem Wein eine frische Säure mitzugeben.

    Chardonnay wird den Edelreben zugeordnet. Zahlreiche der international renommiertesten Weine werden aus oder mit Chardonnay hergestellt (siehe Burgund, Champagne, aber auch die besten Weißweine der neuen Welt, besonders die kalifornischen Chardonnays) und machen die Rebsorte so zu einer der populärsten weltweit. In Deutschland ist Chardonnay erst seit 1991 offiziell zugelassen!

    Die Aromatik der Chardonnay-Weine reicht von Melone und reifem Apfel, aber auch Pfirsich über Butter- und Mandel- beziehungsweise Nussaromen bis hin zu rauchigen Noten. Gute Chardonnay-Weine verfügen über gutes Lagerpotenzial. Bei geringen Erträgen vom richtigen Boden bringt der Wein genug Struktur, Körper und Alkohol mit um mit Bravour für den gekonnten Ausbau im Barrique-Fass geeignet zu sein.

    Auf den großen Boom der Chardonnay-Weine folgte die ABC-Welle, in der die Weintrinker vermehrt nach Weinen mit mehr Individualität suchten als sie in den üppigen, schweren Chardonnay-Weinen finden konnten.

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