Erntebericht 2010

Bei schönstem Sonnenschein und Schnee auf den Gipfeln des Schwarzwaldes haben wir vor zwei Wochen die Weinlese 2010 beendet.

Es ist die kleinste Lese seit 30 Jahren. Die größten Mengenverluste in diesem Jahr gab es bei den früheren Sorten wie Müller-Thurgau und vor allem bei den verrieselungsanfälligen Sorten wie Riesling und Gewürztraminer.

Die insgesamt niedrigen Erträge sind hauptsächlich auf das kühle Blütewetter im Mai zurückzuführen. Dadurch war die Anzahl der Beeren geringer und auch viele der befruchteten Beeren blieben trotz guter Wasserversorgung klein. Optisch sahen die Anlagen gut aus, so dass es die Überraschung erst in der Lese gab: die Trauben erbrachten einfach zu wenig Gewicht.
Die hohen Niederschläge im August und September von über 300 mm innerhalb von 6 Wochen schadeten kaum. Lediglich der Müller-Thurgau erhielt etwas Botrytis. Die anderen Sorten, vor allem die Burgunder, überstanden diese Phase gerade durch die lockere Traubenstruktur sehr gut. Sie sind die Gewinner, die vom sehr guten Wetter im Oktober profitieren konnten. Allerdings waren hier zwei oder drei Lesedurchgänge notwendig, bei denen wir nur die reifsten Trauben ernteten.
Im deutschen Vergleich liegt besonders Baden sehr gut, da wir nicht mit Fäulnis und überdurchschnittlichen Säurewerten zu tun hatten.

Schließlich sind wir mit dem Ergebnis zufrieden, da die Qualität im Keller stimmt: sie entspricht unserer Philosophie von ausdrucksstarken, eleganten Weinen, die nicht satt machen. Insbesondere die Frische, Brillanz und Klarheit der Weine wird diesen Jahrgang zu einem Besonderen werden lassen.

Die eingelagerte Menge liegt 30% unter dem langjährigen Schnitt, dennoch können wir unsere bestehenden Kunden mit den wichtigsten Sorten im gleichen Umfang bis zur nächsten Ernte beliefern.

(Ein Gastbeitrag vom Weingut Kiefer)

Siehe auch: Weinlese 2010 – erste Eindrücke der Winzer (baccantus.de)

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