Alexander Ultes

Lange Transportwege schaden der Umwelt

Aus der Reihe Ungesunde Vorurteile und falsches Halbwissen über die neue Welt gibt es heute das Thema:

Schaden lange Transportwege der Umwelt?

Auch wenn ich nun alle Neue-Welt-Ablehner und CO2-Vermeider zutiefst erschüttere: Das stimmt so nicht! Zumindest nicht unbedingt. Es kommt vielmehr auf die Art der Logistik an, als auf die zu bewältigende Distanz! Schaden lange Transportwege der Umwelt? Nicht unbedingt wie man nachlesen kann…

Die Aussage, die langen Transportwege für Weine aus der neuen Welt schaden der Umwelt, ist wohl schlicht falsch.

Schaden lange Transportwege der Umwelt?

Der Transport einer Flasche Rotwein aus Kalifornien bis zum Einzelhändler verbraucht nicht mehr Kohlendioxid als das sonntägliche Brötchenholen mit dem Auto. Dies ist das überraschende Ergebnis einer Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) in Kooperation mit der San Francisco State University. Demnach sind dem globalen Transport einer Flasche Zinfandel über 18.000 Kilometer vom Abfüller in Kalifornien bis zum Einzelhandel gerade einmal 200 Gramm Kohlendioxid zuzurechnen. Zum Vergleich: Pro Kopf und Jahr werden in deutschen Privathaushalten rund 4,4 Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. 200 Gramm Kohlendioxid werden beispielsweise frei, wenn ein privater PKW eine Strecke von nur 1,4 Kilometer zurücklegt. Das könnte die Fahrt zum Briefkasten sein, der Schulweg der Kinder oder das sonntägliche Brötchenholen mit dem Auto.

Justus-Liebig-Universität Gießen
https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm115-16

Die Gießener Justus-Liebig-Universität ist 2016 wissenschaftlich der Frage nachgegangen, wieviel Kohlendioxid tatsächlich für den Transport einer Flasche kalifornischen Weins nach Deutschland ausgestoßen wird und kommt zum Schluss:

…zum anderen fehlt die CO2-Emission für den Weg des deutschen Endverbrauchers zum und vom Einkauf. Dieser Anteil beträgt laut früheren eigenen Studien im Mittel zusätzlich noch einmal 390 Gramm Kohlendioxid pro Flasche. Wie bereits bei früheren Untersuchungen nachgewiesen (etwa zur CO2-Bilanz von Äpfeln aus Übersee), so dominiert auch hier der Anteil des deutschen Endverbrauchers: Die wenigen letzten Kilometer, die der kalifornische Wein auf seinem Gesamtweg von der Erzeugerabfüllung bis zum Endverbraucher zurücklegt, verursachen mehr als die Hälfte der gesamten CO2-Emission.

Justus-Liebig-Universität Gießen
https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm115-16

Auch in Bezug auf Weine aus Südafrika gibt es eine solche Studie, leider habe ich Sie nicht mehr griffbereit vorliegen. Darüber hinaus gibt es auch einige lesenswerte Artikel von Tyler Colman (Dr. Vino)…

Schaden lange Transportwege der Umwelt? Definitiv nicht mit der heute verfügbaren hocheffizienten Logistik. Würde hier nun noch weniger umweltschädliche Transportmittel hinzukommen, ein Traum…
Aber nichts scheint so hilfreich zu sein um den eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern, als die Kinder zur Schule laufen zu lassen und zu Fuß zum Bäcker zu gehen um seine Brötchen zu holen. Also: Weniger meckern, mehr Bewegung!

Auch dieses Vorurteil stimmt also nicht. Bereits widerlegt sind bereits die Vorurteile:

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