Back to the roots

Es wird viel gesprochen über Orangewein, Naturwein, Amphorenwein, auch wenn die Weine selbst eher ein absolutes Nischenthema sind.

Bereits im Juli war ich auf einer interessanten Verkostung in Landau. Unter dem Motto „Back to the Roots“ veranstaltete Sensorik-Experte Martin Darting eine Präsentation georgischer und deutscher Amphoren- und Naturweine in den Räumen der Stephan Pellegrini GmbH in Landau.

Back to the roots: Orangewein – Naturwein – Amphorenwein

Aus Georgien waren die Weingüter Amiran Vepkhvadze, Archil Gunavia Wine Cellar, Dasabami – Zaza Darsavelidze, Iago Wine Cellar, Naotari Wines, Nebi – Ashlanishvili Winery, Revaz Petriashvili – Petriaant Maran, Satsnakheli angereist und persönlich vertreten, aus Deutschland wurden sie flankiert durch einige Weingüter, die Orange- und Naturweine herstellen: Weingut Eymann (Pfalz), Weingut Galler (Pfalz), Dr. von Bassermann-Jordan (Pfalz), Weingut Heiner Sauer (Pfalz), Weingut Odinstal (Pfalz), Frank John Hirschhorner Hof (Pfalz), Weingut Oliver Zeter (Pfalz), Weingut Höfflin (Baden), Weingut Hubert Lay (Baden), Weingut Fuchs-Jacobus (Nahe), Weingut Peter Schmitt und Sohn (Rheinhessen).

Die kleine themenbezogene Weinmesse war für mich vor allem aus einem Grund von Interesse. Ich hatte bis dato wenig Erfahrung mit dem Themengebiet Orangewein/Naturwein/Amphorenwein und konnte mich auf diesem Weg gut herantasten.

Aus Georgien fielen mir besonders positiv folgende Weine auf:

  • 2015 Otskhanuri Sapere Tsolikouri, Archil Gunavia Wine Cellar (Rotwein)
  • 2015 Dasabami Mitsvane, Dasabami – Zaza Darsavelidze (Weißwein)
  • 2015 Chardakhi – Chinuri, Iago Wine Cellar (Weißwein)
  • 2014 Chikaani Rkatsiteli, Naotari Wines (Weißwein)
  • 2014 Mtsvane Kakhuri, Revaz Petriashvili – Petriaant Maran (Weißwein)
  • 2010 Rkatsiteli Reserve limited, Satsnakheli (Weißwein)

Beim Verkosten fand ich aber auch sehr viele Weine, die für meinen Gaumen nicht ansprechend waren. Zu viel Oxidation, Gerbstoff, zu wenig Aroma und Körper finde ich sehr oft in meinen Notizen.

Sehr spannend fand ich auch die deutschen Weine, egal ob Orangewein, Naturwein, Amphorenwein. Oft waren sie weniger handwerklich und kompromisslos, dafür aber ansprechender für meinen Gaumen. Wahrscheinlich einfach etwas „massentauglicher“ als die Georgier und besser an die mitteleuropäischen Trinkgewohnheiten angepasst.

Das Weingut Eymann, mir bereits seit vielen Jahren bestens bekannt, zeigte eine ganze Reihe von Weinen die sie in dem genannten Bereich herstellen. Ein spannendes Highlight für mich war der Gewürztraminer MDG, er wird im (noch sehr jungen, da gerade erst im Anfang und Aufbau) Solera-Verfahren hergestellt.

Großen Respekt zollte ich dem Weingut Galler aus Kirchheim an der Weinstraße. Die Familie übernahm das Weingut und stellt es im Hauruckverfahren um auf ökologische Bewirtschaftung und bauen vermehrt und bevorzugt PiWis an. Die Weine waren teils von sehr beachtlicher Qualität, vor allem ihr Riesling in der Literflasche gefiel mir bestens.

Die Weine der Weingüter Dr. von Bassermann-Jordan, Weingut Heiner Sauer, Weingut Odinstal und Hirschhorner Hof waren gut, aber unauffälliger.

So richtig spannend und interessant wurde es dann wieder beim Weingut Oliver Zeter aus der Pfalz. Besonders der Sauvignon Blanc Baer aus 2013. Er bildet für mich persönlich das Highlight der gesamten Verkostung und ist kaum an Komplexität zu übertreffen! Vom selben Weingut der 2014 Zafran Viognier war auch sehr spannend, konnte aber weniger stark in Erinnerung bleiben. Irgendwie haben die Gebrüder Zeter wohl ein Händchen für komplexe Sauvignon Blanc…

Beim Weingut Höfflin vom Kaiserstuhl konnte ich verkosten, wie sich der Stil in der Findungsphase veränderte. Erst eher stark oxidativ und mit langem Hefelager, hin zu minimalistischer Weinbereitung die sich geschmacklich versucht nicht zu extrem zu positionieren. Die aktuellen Weine gefielen mir persönlich deutlich besser, vor allem der Souvignier Gris Prestige Fumé spontan aus 2014.

Für die Weingüter Hubert Lay aus Baden, Weingut Fuchs-Jacobus von der Nahe und Weingut Peter Schmitt und Sohn aus Rheinhessen fehlte mir dann zum Ende hin leider die Zeit…

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