Maipo Valley – Das Herz des chilenischen Weinbaus

Maipo Valley - Alexander Ultes

Die wohl berühmteste Weinbauregion Chiles ist das Maipo Valley, Valle del Maipo. Die Weinberge des Maipo Valley ziehen sich vom Fuß der Anden bis ins Zentraltal hinein, um die Stadt Santiago herum und in verschiedene Enklaven am Rand. Das Valle del Maipo bietet die optimalen Bedingungen um auf seinen 10.000 Hektar Weinbergen um eine Vielzahl großer Rotweine herzustellen. Das sieht man auch am Rebsortenspiegel: 6411 ha Cabernet Sauvignon, 1168 ha Merlot, 961 ha Chardonnay, 548 ha Carmenère, 427 ha Sauvignon Blanc und 380 ha Syrah. Vergleicht man den Rebsortenspiegel mit dem von vor einigen Jahren erkennt man die deutliche Tendenz hin zu noch mehr Cabernet Sauvignon.

Maipo, Rebstöcke - Alexander Ultes

Der Name des Valle del Maipo kommt von dem Fluss Río Maipo, der wiederum seinen Namen dem Vulkan Maipo verdankt, an dessen Fuß er entspringt. Der Río Maipo ist mit etwa 250 km Länge einer der längsten Flüsse Chiles und mündet nahe Lloleo in den Pazifik. Er umschließt die Isla de Maipo, eine Halbinsel mit sehr interessantem Boden (stark kalkhaltige Steinablagerungen).

Bodenstruktur Isla de Maipo - Alexander Ultes

Nicht umsonst kommen mit die besten Qualitäten Cabernet Sauvignon von diesem kleinen Fleck. Die durchlässigen, sandigen Böden der Isla del Maipo mit ihrem ausgeprägten Untergrund aus Kieselsteinen verfügen über beste Drainage-Eigenschaften und der Trockenheit kann mein mit dem nahe liegenden Fluss entgegenwirken.

Kühle nächtliche Brisen vom Pazifik verlängern die Reifeperiode deutlich, wodurch die Trauben aromatischer werden und ihre Säure beibehalten.

Terra Mater Cabernet Sauvignon Isla de Maipo - Alexander Ultes

Vom Fuß der Anden umschließt das Maipo Valley die Hauptstadt Santiago de Chile und zieht sich durch das nördliche Ende des Central Valley bis hin zu den Küstenkordilleren (auch Coastal Mountains genannt) die das Tal zum Pazifik hin verschließen. Dieser im Schnitt recht hoch gelegene Talkessel bietet an seinem Rand auch eine Vielzahl zerklüfteter Seitentäler und Hügel mit interessanten Mikroklimata die die unterschiedlichsten Voraussetzungen für modernen Weinbau bieten. Santiago grenzt zum Teil bereits fast unmittelbar an die Rebflächen. Wenn man nun bedenkt dass sich die Einwohnerzahl Santiagos in den letzen 25 Jahren mehr als verdoppelt hat (auf heute mehr als fünfeinhalb Millionen Einwohner), wird klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis die Stadt über die angrenzenden Rebflächen hinauswächst. So findet man vor den Toren der Stadt die unterschiedlichsten Weingüter, von der kleinen Boutique-Winery über Familienbetriebe bis hin zu gigantisch großen Kellereibetrieben. Die Gastfreundschaft in kleinen wie in großen Betrieben kann ich nur bestätigen: Wo ich war, überall bekommt man mindestens ein paar Empanadas und einen Pisco Sour zur Begrüßung angeboten.

Pisco Sour unter Eukalyptusbäumen - Alexander Ultes

Im Valle del Maipo herrscht ein Klima mit recht hohen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Während es tagsüber sehr warm wird kühlen die Temperaturen über Nacht stark ab. Ursache hierfür ist vor allem die recht hohe Lage. Nachts fließt darüber hinaus die warme Luft im Central Valley in den tiefer gelegenen Süden ab. Nur am Rand und in den Enklaven der Seitentäler findet man wahre Cool Climates. Der Rio Maipo und andere kleinere Flüsschen und Wasserläufe die ständig mit Schmelzwasser aus den Anden gespeist werden liefern das für die Bewässerung nötige Wasser. Das Maipo Valley insgesamt bietet natürlich eine Vielzahl unterschiedlicher Bodenstrukturen und Klimata. Wie in anderen Weinbauregionen auch, werden im mittleren Bereich, dem eher ebenen Talkessel zwar gute, aber weniger große Weine produziert, zum Rand hin findet man dann eine Vielzahl unterschiedlichster herausragender Weinberge, zum Teil auch mit sehr alten Reben bepflanzt, wo die besten Weine der Region ihren Ursprung finden! Aufgrund der verschiedenen klimatischen Voraussetzungen teilt man das Valle del Maipo in drei Bereiche ein: Maipo Alto (am Fuß der Anden), Central Maipo (die breite Talsohle) und Pacific Maipo (an den Küstenkordilleren nahe des Pazifiks). Klimatisch unterscheiden sich die drei Bereiche wie folgt: Das Maipo Alto zieht sich hoch an die Anden in einer Höhe von mehr als 650 Meter und wird somit sehr stark von diesen beeinflusst, was sich vor allem in den extremen Differenzen zwischen Tages- und Nachttemperatur niederschlägt. Central Maipo liegt auf einer Höhe von etwa 530 bis 650 Meter. Die Hitze ist hier tagsüber am stärksten und Nachts ist es etwas weniger kühl. Pacific Maipo schmiegt sich auf etwa der gleichen Höhe an die Küstenkordilleren heran, ist allerdings durch den pazifischen Einfluss etwas kühler, gelegentlich in den Morgenstunden gibt es auch Nebel.  Das Maipo Valley bietet alleine schon bedingt durch seine Größe ein weniger homogenes Klima wie die weiter nördlich gelegenen Regionen. Viele Winzer und Kellereien verwenden gezielt Trauben aus den verschiedenen Klimatischen Bereichen um das Optimum zu erreichen (Beispiel von Santa Alicia).

Santa Alicia Maria Pinto VineyardSanta Alicia Melipilla Vineyard

Santa Alicia Pirque Vineyard

Im Valle del Maipo findet man eine Vielzahl Kellereien und Weingüter. Fast jede davon ist es Wert erwähnt zu werden, aber man kann eben nicht alle aufzählen. Ich nenne mit  Baron Philippe de Rothschild, Carmen, Concha y Toro, Cousino Macul, Manquehue, Santa Alicia, Santa Carolina, Santa Rita, Terramater, Ventisquero oder Vinedos Chadwick an dieser Stelle nur einige der großen, guten, traditionellen und namhaften Weingüter und Kellereien  mit Sitz im Maipo-Tal.

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